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Gesunkene Erzeugerpreise: Bauern brauchen Nothilfe

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.01.2016

Weil die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch deutlich gesunken sind, sehen viele Bauern sich gezwungen, staatliche Hilfe zu beantragen. Ein EU-weites Unterstützungsprogramm soll nun Landwirte unterstützen, die durch diese Entwicklung in finanzielle Nöte geraten sind.

Die gesunkenen Erzeugerpreise haben viele Milch- und Fleischerzeuger in Bedrängnis gebracht. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, stößt ein entsprechendes Hilfsprogramm der Bundesregierung große Nachfrage: Laut Bundeswirtschaftsministerium haben bereits 7.800 Bauern die staatlichen Hilfsgelder beantragt.

Nothilfe für Bauern durch EU-Programm

Rund 60 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um deutschen Bauern in finanziellen Nöten zu helfen. Im September 2015 hatte die EU-Kommission ein Hilfsprogramm angekündigt, das Landwirte mit insgesamt 500 Millionen Euro unterstützen soll. In Deutschland konnten sich Milch- und Fleischerzeuger bis Mitte Dezember um die Nothilfe bewerben, wenn sie einen Rückgang der Erzeugerpreise von mindestens 19 Prozent für bestimmte Zeiträume des vergangenen Jahres nachweisen konnten und aufgrund des Preisverfalls ein Darlehen aufnehmen mussten, um liquide zu bleiben.

Einzelne Bauern können durch das Hilfsprogramm bis zu 10.000 Euro erhalten, um aufgenommene Kredite schneller tilgen zu können. Die meisten Antragsteller kommen aus Bayern, gefolgt von Bauern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Schnitt wurden von den Landwirten rund 7.600 Euro beantragt. Die von ihnen aufgenommenen Kreditbeträge lagen zwischen 3.000 und 700.000 Euro.

Niedrige Erzeugerpreise vor allem für Milchbauern

Bei zwei Drittel der Bauern, die die Nothilfe beim Staat beantragt haben, handelt es sich um Milcherzeuger. Denn für sie waren die Einbußen durch gesunkene Erzeugerpreise besonders groß. Ein Grund ist die Abschaffung der Milchquote im März 2015. Bis dahin war die Milchproduktion staatlich gedeckelt, nun dürfen Bauern so viel Milch produzieren, wie sie können. Das sorgt für niedrigere Preise und bringt vor allem kleinere Betriebe in Bedrängnis. Zusätzlich bereiten eine gesunkene Nachfrage aus China und das russische Lebensmittelembargo den Landwirten Probleme. Vor der Ankündigung der Nothilfe hatten deshalb zahlreiche Milch- und Fleischerzeuger wegen der gesunkenen Preise protestiert.

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