IWH: Deutsche Sparer profitieren von Niedrigzinsen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.10.2015

Laut einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) haben deutsche Haushalte entgegen aller Erwartung nicht unter den Niedrigzinsen der EZB gelitten. Niedrige Zinsen für Sparer wurden durch gestiegene Renditen auf Immobilien und Aktien ausgeglichen.

Die Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben den Sparern nicht geschadet. Das besagt eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): Im Vergleich zu den Jahren vor der Krise, also 2003 bis 2007, waren die durchschnittlichen Renditen auf Ersparnisse deutscher Haushalte in den Jahren 2010 bis 2015 deutlich höher. Innerhalb dieser fünf Jahre waren Wertzuwächse von über 364 Millionen zu verzeichnen.

Niedrigzinsen auf Sparanlagen ohne größere Konsequenzen

Zwar gab es für Sparanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld niedrigere Zinsen, dafür sind aber die Renditen auf Immobilien und Aktien so stark gestiegen, dass diese Verluste mehr als ausgeglichen wurden. Profitiert haben alle Haushalte unabhängig von ihrem Einkommen, allerdings waren die Wertzuwächse in Haushalten mit hohem Einkommen besonders groß. Grund hierfür ist der höhere Anteil an Immobilien- und Aktienbesitz, der in dieser Gruppe zu finden ist. Ein wichtiger Faktor ist außerdem, dass die höheren Leitzinsen der vergangenen Jahre gar nicht an die Sparer weitergegeben wurden, wodurch die aktuellen Niedrigzinsen sich auf dem Konto im Vergleich wenig bemerkbar machen. Die Möglichkeiten zu einem günstigen Kredit haben sich ebenfalls positiv auf die Bilanz der Haushalte ausgewirkt, allerdings in geringem Maße, da die Banken die Niedrigzinsen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben haben.

Ausgeglichenes Portfolio als Erfolgsrezept

Haushalte mit einem ausgeglichenen Portfolio, das nicht nur Sparanlagen, sondern auch Immobilien und Aktien beinhaltet, haben am meisten profitiert. Damit hat das Anlageverhalten viel größere Auswirkungen als die aktuellen Zinsen. Haushalte ohne Wohneigentum hatten als einzige Gruppe Verluste hinzunehmen, die mit 100 Euro pro Haushalt pro Jahr allerdings verhältnismäßig gering ausfielen.

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