Deutschland im Plus: Überschuss von 58 Milliarden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.03.2019

Zum fünften Mal in Folge konnte Deutschland einen Überschuss erzielen. Dieser beläuft sich trotz schwächelnder Konjunktur auf ein Rekordhoch von 58 Milliarden. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die hohen Einnahmen gehen auf Steuern, Sozialabgaben und niedrige Zinsen durch die lockere Geldpolitik der EZB zurück. Allerdings sieht es für die Zukunft weniger rosig aus. So wird Deutschland bis zum Jahr 2023 eine große Haushaltslücke vorausgesagt.

Mehr Geld, aber Schwierigkeiten für die Wirtschaft

Ein Plus von 58 Milliarden Euro, das im Jahr 2018 vom deutschen Staat eingenommen, aber nicht ausgegeben wurde, beleuchtete jetzt das Statistische Bundesamt. Das sind rund 1,2 Milliarden Euro weniger, als bei der ersten Schätzung angenommen; dennoch handelt es sich um einen Rekordüberschuss, der sich auf 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beläuft. Hauptsächlich wurden die Beiträge durch Sozialabgaben, Steuern und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) erzielt. Letztere sorgte dafür, dass die Schulden von Bund, Ländern und Kommunen im Rahmen blieben.

Das Bruttoinlandsprodukt selbst stagnierte allerdings zum Jahresende. Schon zuvor war es um 0,2 Prozent geschrumpft. Auch wuchs die deutsche Wirtschaft im gesamten Jahr 2018 nur um 1,4 Prozent; deutlich weniger als in den Vorjahren, in denen sich das Plus auf je 2,2 Prozent belief. Daher wird der aktuelle Milliardenüberschuss des deutschen Staates als möglicherweise letzter angesehen. In den kommenden Jahren wird ein nicht unerhebliches Haushaltsloch erwartet.

Exportprobleme und weniger Steuern in Aussicht

Worauf begründet sich diese Prognose? 2019 wird voraussichtlich nur noch ein Wirtschaftsplus von 1,0 Prozent erzielt. Der deutsche Export wurde schon 2018 durch hitzebedingtes Niedrigwasser und dadurch eingeschränkte Gütertransporte gehemmt; weiterhin stellen sich die zunehmenden Konflikte mit den USA auf handelspolitischer Ebene sowie die Anpassung der Autoindustrie auf neue Abgasstandards als problematisch dar.

Während 2018 Sozialabgaben und steuerliche Einnahmen für den Milliardenüberschuss sorgten, könnten letztere an einem im Jahr 2023 25 Milliarden großen Haushaltsloch schuld sein. Es werden bis zu fünf Milliarden weniger Steuereinnahmen als aktuell erwartet. Das könnte den Trend des erzielten Überschusses von Deutschland, der im Jahr 2018 zum fünften Mal in Folge auftrat, beenden – und langfristig ins Gegenteil verkehren.

Quelle: spiegel.de

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