Schäuble fordert späteren Rentenbeginn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.04.2016

Für zukünftige Rentner scheint es bittere Wahrheit zu werden: Der Rentenbeginn könnte in Deutschland noch weiter als bisher angenommen nach hinten verschoben werden. In wenigen Jahrzehnten könnte das reguläre Rentenalter bei 70 Jahren liegen. Nachdem vor Kurzem die OECD eine solche Empfehlung formuliert hatte, stößt nun der Bundesfinanzminister in das gleiche Horn.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) spricht sich für einen späteren Rentenbeginn in Deutschland aus. Dies formulierte Schäuble nun bei einem Treffen ehemaliger und aktueller Politiker am Berliner Wannsee, dem unter anderem auch Wolfgang Gerhardt und Roman Herzog beiwohnten.

Späterer Rentenbeginn für Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems

Schäuble hält eine flexiblere Altersgrenze für den Rentenbeginn in Deutschland für sinnvoll, weil sich damit auf die in den letzten Jahren immer weiter steigende Lebenserwartung in der Bevölkerung reagieren lasse. Laut dem Finanzminister sei dies deshalb nötig, weil es sonst in Zukunft ernsthafte Probleme im Bereich des Gesundheitssystems geben könne, eine Kostenexplosion sei hier entsprechend absehbar. Ähnliches gelte für die Pflege. Schäuble plädierte beim Treffen in Berlin dafür, auch in Zukunft alle nötigen Anstrengungen zu unternehmen, das aktuelle Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge zu erhalten. Dann könnten trotz der Niedrigzinsen sowohl das Rentensystem als auch die Altersvorsorge beibehalten werden.

Unterstützung für Koppelung von gestiegener Lebenserwartung und Rentenalter

Unterstützung für eine schrittweise Anpassung des Rentenbeginns an die gestiegene Lebenserwartung erhält Schäuble von der Jungen Union (JU), wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Die Jugendorganisation der CDU sprach sich demnach vor Kurzem für eine schrittweise Erhöhung der Altersgrenze für den Rentenbeginn von 67 auf 70 Jahren ab dem Jahr 2030 aus. Zuvor hatte bereits die OECD für Deutschland die Empfehlung ausgesprochen, den Rentenbeginn nach hinten zu verschieben, um zu verhindern, dass die staatlichen Rentenausgaben zu hoch ansteigen und den öffentlichen Haushalt dementsprechend stark belasten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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