Deutsche Sparer verschenken dieses Jahr 28 Milliarden Euro

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.04.2018

Noch immer meiden viele Deutsche Aktien und legen ihr Geld lieber aufs Giro- oder Tagesgeldkonto. Die Folge: Im ersten Quartal des Jahres 2018 verlor jeder Deutsche so rechnerisch 86 Euro. Bundesweit betrachtet beträgt der Verlust aus der einseitigen Anlagestrategie der Deutschen rund 7,1 Milliarden Euro im ersten Quartal – auf das Jahr gerechnet kommen so stolze 28,4 Milliarden Euro zusammen. Die Zahlen ergeben sich aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Barkow und des Onlinebrokers Comdirect.

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die derzeit leicht ansteigende Inflation lohnen sich klassische Sparanlagen kaum noch. Weder auf dem Girokonto noch für Tagesgeld gibt es Zinsen, die oberhalb der Teuerungsrate liegen. Deutlich anders sieht es hingegen auf dem Aktienmarkt aus. Auch wenn DAX, Dow und Co. derzeit etwas entfernt von ihrem Allzeithoch Ende 2017 liegen, so sind die Renditen doch immer noch sehr ansehnlich.

Inflation schlägt Verzinsung

Schon seit März 2016 liegt der Leitzins der EZB bei null, für Einlagen bei der Notenbank müssen große Geschäftsbanken sogar Strafzinsen zahlen. In der Folge gibt es für Bankkunden kaum noch Zinsen für Tagesgelder, Festgelder und anderweitige Guthaben. Laut Barkow- und Comdirect-Studie lagen die Zinsen im ersten Quartal gerade einmal bei 0,2 Prozent. Die Inflationsrate betrug im gleichen Zeitraum jedoch 1,5 Prozent, woraus sich ein Realzins von minus 1,3 Prozent ergibt. Dadurch habe jeder Deutsche im ersten Quartal im Schnitt 86 Euro verloren, seit 2010 würden die Verluste sogar bei 999 Euro pro Bundesbürger liegen.

„Die Deutschen gehören zu den eifrigsten Sparern weltweit, und trotzdem verlieren sie Jahr für Jahr viele Milliarden Euro – das ist paradox“, kommentiert Arno Walter, der Chef des Onlinebrokers Comdirect, die Studie. Auch andere, führende Banker zeigen sich besorgt: „Die Geldpolitik hat zur Folge, dass Spareinlagen als langfristige Vermögensanlage nicht mehr belohnt werden“, weiß auch Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis.

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Aktien bringen Rendite

Immerhin stieg die Zahl der Aktionäre im Jahr 2017 um zwölf Prozent auf rund zehn Millionen Bürger. Damit ist aber erst der Stand wie vor der Finanzkrise 2008 erreicht. Im Vergleich zu anderen Industrienationen ist das immer noch eine enorm niedrige Quote. Ändert sich daran nichts, verlieren die Deutschen voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter viel Rendite.

Quelle: Handelsblatt

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