Pleiten von Unternehmen auf Tiefststand

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.03.2017

Seit über 17 Jahren war die Zahl der angemeldeten Unternehmensinsolvenzen nicht mehr so niedrig wie heute. Zuletzt hatte es 1999 so wenige Firmenpleiten gegeben wie in der neusten Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Die gute Konjunktur drückt den Wert; auch Verbraucher sind immer seltener in der Bredouille einer Zahlungsunfähigkeit. Die Forderungen durch Gläubiger zogen hingegen kräftig an.

Das statistische Bundesamt zeigte mit seinen neuesten Zahlen den niedrigsten Stand der Firmenpleiten seit 1999. Über 17 Jahre ist es somit her, dass so wenig Insolvenzen von Unternehmen angemeldet werden mussten wie bei der aktuellen Zählung. Insgesamt lässt sich die Entwicklung auf eine starke Konjunktur zurückführen, die auch bei den privaten Insolvenzen eine positive Wendung begünstigte. Von Gläubigern geforderte Zahlungen hingegen haben stärker zugenommen.

Niedrigster Stand seit 17 Jahren

Die Amtsgerichte in Deutschland mussten 2016 so wenige Unternehmenspleiten verzeichnen wie seit der Einführung der neuen Insolvenzordnung 1999 nicht mehr. Insgesamt wurden 21.518 Fälle und damit ein Absinken des Wertes um 6,9 Prozent verzeichnet. Die vom Statistischen Bundesamt verkündeten Zahlen seien seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 rückläufig. In diesem Rezessionsjahr hatte es den letzten Anstieg gegeben, bei dem die Pleiten um fast zwölf Prozent anzogen. 

Auch bei den Privatpersonen ist ein Rückgang der Zahlungsunfähigkeit zu verzeichnen. Nach Aussage des Bundesamtes sank die Quote mit 77.238 Fällen im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent. Dabei handelt es sich um die niedrigste Zahl seit 2005, der letzte Anstieg liegt sieben Jahre zurück. Zurückzuführen sei das Absinken, sowohl bei den privaten als auch geschäftlichen Insolvenzen, auf eine starke Konjunktur und florierende Branchen wie den Bausektor.

Gläubigerforderungen ziehen an

Deutlich höher liegt hingegen die Höhe der Forderungen durch Gläubiger. Diese stiegen von 17,3 auf 27,4 Milliarden Euro. Die Steigerung ist vor allen auf die Pleite mehrerer großer Unternehmen zurückzuführen. Besonders bekannte Beispiele sind Steilmann, Rudolf Wöhrl, Sinn-Leffers und die Maple Bank. Besonders gefährdet sind dennoch vor allem Start-Ups und kleine Unternehmen mit unter fünf Mitarbeitern. Diese machen unter den Insolvenzanmeldungen einen Anteil von 81,5 Prozent aus.

Quellen: Handelsblatt, FAZ

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