So viel Geld verdienen die Kollegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.01.2018

„Verdiene ich bei gleicher Leistung genauso viel wie meine Kollegen?“ Diese Frage soll dank des neuen Lohntransparenz-Gesetzes ab dem 06. Januar 2018 weitestgehend beantwortet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern ab sofort offenlegen, was Kollegen in vergleichbarer Position im Durchschnitt verdienen. Vor allem der noch immer bestehende Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern soll so schrumpfen.

Doch das Gesetz betrifft nicht alle Arbeitnehmer, sondern nur rund 14 Millionen Beschäftigte. Sofern Unternehmen weniger als 200 Mitarbeiter beschäftigen, sind sie von der Auskunftspflicht befreit. Zudem müssen mindestens sechs Arbeitnehmer eine ähnliche Tätigkeit verrichten. Denn was einzelne Kollegen verdienen, darf die Auskunft nicht preisgeben, es werden lediglich Durchschnittswerte errechnet.

Mehr Transparenz für Beschäftigte

„Beschäftigte erhalten damit das Recht, zu erfahren, wie sie im Vergleich mit einer Beschäftigtengruppe, die die gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichtet, bezahlt werden“, erklärte die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD).

Wer in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern beschäftigt ist, kann ab sofort eine Auskunft über den durchschnittlichen Lohn einfordern. Erste Anlaufstelle ist dabei der Betriebsrat, der die Anfrage anonym weiterleiten soll. So müssen Beschäftigte keine (indirekten) Konsequenzen von Vorgesetzten befürchten.

Grundsätzlich erfahren Arbeitnehmer auf diesem Wege also nicht, was einzelne Kollegen verdienen. Nur der Durchschnitt – beispielsweise in der eigenen Abteilung – wird ersichtlich. Das gilt aber wiederum nur, wenn es mindestens sechs Angestellte in vergleichbarer Position im Unternehmen gibt.

So geht einigen Politikern das Gesetz noch nicht weit genug, zumal die Gehaltsunterschiede der Geschlechter so kaum offengelegt würden. Immerhin werden aber Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern dazu aufgefordert, regelmäßig über Lohnungleichheit zu berichten. Zudem müssen sie Maßnahmen durchführen, um diese Ungleichheit zu bekämpfen.

Was bringt das Wissen?

Natürlich kommt bei unfairer Vergütung nicht automatisch ab dem kommenden Monat mehr Gehalt auf dem eigenen Girokonto an. Doch vor Gericht lässt sich mit den Informationen durchaus ein höheres Gehalt erstreiten.

Trotzdem sollte zunächst das Gespräch mit dem Vorgesetzten gesucht werden. In der Regel wird dieser den Lohn freiwillig anheben. Denn die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung von Arbeitnehmern ist ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Quellen: FOCUS, BILD

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