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Schweizer Franken rennen dem Euro davon

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.01.2015

Vor wenigen Tagen hat die Schweizerische Nationalbank den Schweizer Franken vom Eurokurs abgekoppelt. Jetzt spielen die Wechselkurse verrückt. Für Anleger und Kreditnehmer aus dem Euroraum hat die aktuelle Entwicklung des Franken teilweise deutliche finanzielle Folgen. Einige deutsche Kommunen müssen jetzt bereits drastisch sparen.

Stabile Wechselkurse und niedrige Kreditzinsen haben seit den Neunzigerjahren viele Menschen und auch institutionelle Akteure dazu gebracht, Kredite bei Schweizer Banken aufzunehmen. Auch Festgeldkonten und anderweitige Geldanlagen werden in der Schweiz für ausländische Kunden verwaltet. Seit die Schweizerische Notenbank den Kurs des Schweizer Franken vom Eurokurs entkoppelt hat, bekommen die Betroffenen die Folgen zu spüren. Aktuell ächzen zahlreiche deutsche Kommunen unter einer förmlich explodierenden Schuldenlast.

Kreditsummen wachsen gewaltig

Seit September 2011 war der Schweizer Franken an den Euro gekoppelt. Immer wenn der Euro schwächelte und unter 1,20 Franken zu fallen drohte, kaufte die Schweizerische Nationalbank Wertpapiere in Euro auf, um den Franken zu schwächen und den Euro zu stärken. Seit dem 15. Januar ist damit nun jedoch Schluss, wie die Nationalbank überraschend verkündete. Seit der Bekanntgabe der Entkoppelung des Wechselkurses stieg der Wert der Schweizer Franken sprunghaft an. Kurzzeitig war 1 Euro laut Informationen der „FAZ“ nur noch rund 0,78 Schweizer Franken wert, bevor sich der Kurs bei um einen Euro stabilisierte. Für Kreditnehmer aus dem Ausland stellen die Wechselkurse jedoch ein ernstes Problem dar. Durch den drastischen Wertanstieg der Schweizer Währung werden offene Kreditsummen deutlich umfangreicher. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, hatte zum Beispiel die Stadt Essen Anfang des Jahres umgerechnet 374,3 Millionen Euro Schulden bei Schweizer Geldinstituten. Nach dem Kursanstieg muss die Stadt nun knapp 450 Millionen Euro zurückzahlen.

Kurs des Schweizer Franken könnte auch Verbraucher belasten

Genau wie der Stadt Essen könnte es auch privaten Kreditnehmern ergehen. Schweizer Banken bieten auch auf dem deutschen Markt günstige Kredite an. Besonders sogenannte Kredit-ohne-Schufa Angebote stammen häufig von Anbietern aus der Schweiz. Werden die Kredite in Schweizer Franken geführt, könnte zahlreichen Kreditnehmern jetzt ein böses Erwachen drohen. Der Kursverlust des Euro zum Franken seit Jahresbeginn beträgt circa 24,4 Prozent. Eine ursprüngliche Kreditsumme von 5.000 Euro läge nun entsprechend bei 6.220 Euro. Anleger mit einem in Schweizer Franken geführten Festgeldkonto können sich dagegen über wechselkursbedingte Zugewinne freuen.

 

Neben dem Franken steht der Euro seit Jahresbeginn auch im Vergleich zu anderen Währungen teilweise deutlich schwächer da. Die folgende Tabelle führt die zehn Währungen auf, gegenüber denen die europäische Gemeinschaftswährung seit Jahresbeginn am stärksten an Wert verloren hat.

Währung

Euro-Wechselkurs-Entwicklung

Schweizer Franken

- 24,4 Prozent

US-Dollar

- 19,6 Prozent

Won (Südkorea)

- 16,5 Prozent

Dollar (Neuseeland)

- 13,7 Prozent

Dollar (Singapur)

- 13,0 Prozent

Dollar (Taiwan)

- 13,0 Prozent

Dollar (Australien)

- 9,8 Prozent

Britisches Pfund

- 9,1 Prozent

Rand (Südafrika)

- 8,3 Prozent

Real (Brasilien)

- 7,4 Prozent

Datenquelle: FAZ

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