Verschlechterungen bei Kreditwürdigkeit möglich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.05.2016

Verbraucherschützer halten negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit von Bankkunden für realistisch, wenn die Datenschutz-Grundverordnung der EU in Kraft tritt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert deshalb die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung die geltenden Datenschutzstandards zu erhalten.

Verbraucherschützer befürchten, dass es durch die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU zu negativen Konsequenzen für die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern kommen könnte. Die darin enthaltenen Regelungen sind unbestimmter als das aktuell geltende Bundesdatenschutzgesetz, was für Verbraucher Nachteile bedeuten könnte.

Kreditwürdigkeit: Negative Auswirkungen durch neue Regelungen möglich

Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilt, befürchtet er durch die Datenschutz-Grundverordnung negative Konsequenzen für Verbraucher, bei denen eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird, weil sie einen Kredit beantragen. In Deutschland ist es seit 2010 verboten, dass finanzielle Forderungen an Auskunfteien übermittelt werden, wenn der Verbraucher sie bestritten hat. Da das in der EU-Verordnung nicht so ist, könnten sich künftig auch haltlose Zahlungsaufforderungen negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken.

Außerdem wäre es laut vzbv auch möglich, dass eine Bonitätsprüfung anhand von Anschriften erfolgt. So könnten ganze Straßen oder Stadtteile eine negative Kreditwürdigkeit erhalten. Vzbv-Vorstand Klaus Müller betont: „Für das Scoring gelten in Deutschland sehr detaillierte Vorgaben, die für Rechtssicherheit sorgen. Davon profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher wie auch Unternehmen. Das Schutzniveau dürfen wir keinesfalls aufs Spiel setzen.“

Datenschutz-Grundverordnung gilt ab spätestens 2018

Mitte April 2016 wurde die Datenschutz-Grundverordnung beschlossen, bis spätestens Frühsommer 2018 muss sie von den Mitgliedstaaten jeweils in nationales Recht überführt werden. Der vzbv sieht nun Handlungsbedarf bei der Bundesregierung. Vorstand Klaus Müller erklärt: „Die Datenschutz-Grundverordnung dreht beim Thema Scoring die Zeit zurück. Uns droht ein massiver rechtlicher Rückschritt. Die Bundesregierung muss ihr Versprechen, dass unser Datenschutzniveau erhalten bleibt, ernst nehmen und aktiv werden.“ Das kann laut vzbv geschehen, indem der Spielraum genutzt wird, den die Staaten bei der Umsetzung haben. So könnten zum Beispiel Regelungen aus dem Bundesdatenschutzgesetz bei der Umsetzung übertragen werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband

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